Sonntag, 29. November 2015

Rezension: "Die Chronik der Unsterblichen" von Wolfgang Hohlbein



Hallo ihr Lieben,

einen wunderschönen 1. Advent wünsche ich euch! Ich hoffe, ihr macht euch heute einen gemütlichen Sonntag bei Kerzenschein und falls ihr noch die passende Lektüre braucht, habe ich mal wieder ein paar Tipps für euch. Heute möchte ich euch nämlich eine meiner Lieblings-Fantasy-Reihen vorstellen: „Die Chronik der Unsterblichen“ von Wolfgang Hohlbein.


Ja, ich weiß ja, wie das ist, viele lieben ihn, einige können seine Art zu schreiben nicht so sehr leiden. Ich bin damals, als junger Teenager, zufällig in der Bibliothek auf Wolfgang Hohlbein gestoßen. Zuerst las ich „Katzenwinter“ und „Die Nacht des Drachen“ – beides Bücher, die ich mehrmals gelesen habe. Später griff ich dann zu seinen Büchern in der Erwachsenenabteilung. Der Titel „Die Chronik der Unsterblichen“ war ja wohl genau mein Ding. Es ist zwar schon einige Jahre her, seit ich den letzten Roman aus dieser Reihe gelesen habe. Das war Band 9: „Das Dämonenschiff“, mittlerweile gibt es allerdings schon Band 15 und auch eine gleichnamige Comic-Reihe. Meine Rezension umfasst lediglich die Buchreihe von Band 1 bis 9! Das sollte aber denke ich für euch genügen, um zu entscheiden, ob ihr diese Reihe einmal anfangen solltet zu lesen oder nicht.

Quelle: Jessica Iser
Wie ihr seht, besitze ich nur Band 1 bis 5 und davon sehr unterschiedliche Ausgaben. Das hängt damit zusammen, dass ich die Romane früher in der Bücherei ausgeliehen hatte und dann später einige Bände geschenkt bekommen habe. Daher passen die Ausgaben, die ich habe, nicht so ganz zusammen. Mit Abstand die schönste Ausgabe ist in diesem Fall sicherlich die gebundene. Die Schutzumschläge sind sicherlich Geschmackssache, aber darunter verbirgt sich ein schickes, schlichtes Buch, das vom Stil her meines Erachtens ziemlich gut zur Thematik der Buchreihe passt.
Quelle: Jessica Iser
Meine Ausgabe von „Der Vampyr“ ist signiert. Ich hatte nämlich die Ehre, Wolfgang Hohlbein bereits zwei Mal auf Buchmessen und Conventions zu treffen. Dieser Band ist unter den Lesern übrigens der Beliebteste. Ich stimme dem nicht ganz zu, aber mehr dazu in meiner Rezension weiter unten im Post.

Quelle: Jessica Iser
Bevor ihr die Reihe allerdings in gebundener Ausgabe sammelt, solltet ihr jedoch wissen, dass sie ab Band 11 in einer anderen Aufmachung erschienen ist. So ganz zusammen passen die gebundenen Bücher ab einem gewissen Zeitpunkt also leider auch nicht mehr.
Quelle: Jessica Iser
Dasselbe gilt für die Taschenbuchausgabe von Egmont LYX. Diese ist meiner Meinung nach ziemlich schick, aber leider ist „Die Chronik der Unsterblichen“ auch in dieser Ausgabe nicht komplett zu bekommen. Wirklich einheitlich ist da wohl keine Ausgabe, aber am ehesten noch die recht unauffällige Taschenbuch-Ausgabe vom Verlag Ullstein, die aber leider auch nur bis Band 10 in diesem Verlag erschienen ist und danach von Egmont LYX weitergeführt wurde. Genaueres dazu erfahrt ihr aber auf der Website derBuchreihe.

Quelle: Jessica Iser
So, nach langem Vorgeplänkel komme ich nun endlich zur Bewertung.

Story
Die Rahmenhandlung der gesamten Buchreihe dreht sich um Andrej Delãny, der im Transsilvanien des 15. Jahrhunderts aus seinem Dorf verstoßen wurde – denn er ist ein Vampyr, ein nahezu unsterbliches Wesen, das sich von den Seelen anderer Lebewesen ernährt. Als Andrej schließlich nach Jahren des Exils in sein Heimatdorf Borsã zurückkehrt, findet er nur Leichen vor – darunter auch seinen Sohn Marius. Der einzige Überlebende, den er findet, ist ein Junge namens Frederic, der mehr Informationen über weitere Überlebende, die als Sklaven gefangen genommen wurden, verfügt. Gemeinsam begeben sie sich also auf die Suche nach den Überlebenden. Andrej trifft auf seinen späteren Weggefährten, den Sklavenhändler Abu Dun, und in den folgenden Bänden auch auf einige historische Gestalten wie Vlad, den Pfähler, besser bekannt als Dracula, sowie die Blutgräfin Elisabeth Báthory und auch auf einige Gestalten, die Werwölfen oder Zombies ähneln. Damit ist „Die Chronik der Unsterblichen“ keine reine fantastische Buchreihe, sondern auch mit historischen Ereignissen verknüpft, wie beispielsweise der Belagerung Wiens durch die Türken. Die Handlung erstreckt sich aktuell vom 15. bis ins 16. Jahrhundert, während Andrej und Abu Dun auf der Suche nach Rache, Frieden und dem Geheimnis der Unsterblichkeit durch die Geschichte reisen.

Charaktere
Die Hauptcharaktere sind wie gesagt Andrej und Abu Dun. Die beiden machen im Laufe der Bände eine gute Dynamik und Charakterentwicklung durch und haben einige witzige Wortgefechte, aber auch emotionale Momente zu bieten. Teilweise gibt es wiederkehrende Charaktere in den Büchern, zu denen ich allerdings nichts Genaueres sagen möchte, um nicht zu spoilern.

Quelle: Thomas von Kummant, openpr.de

Schreibstil
Der Schreibstil ist ja immer Geschmackssache. Aber wie bereits oben erwähnt, gehen vor allem bei Wolfgang Hohlbein die Meinungen auseinander. Wortwiederholungen kommen vor und Ähnlichkeiten im Storytelling zwischen verschiedenen Bänden lassen sich bei einer so langen Reihe wahrscheinlich kaum vermeiden. Insgesamt schafft es Wolfgang Hohlbein jedoch, den Leser zu fesseln und stellenweise sehr emotional zu berühren.

Lesevergnügen
Damit wären wir auch schon beim letzten Punkt meiner Bewertung. Das Lesevergnügen bei dieser Reihe ist insgesamt überaus hoch. Wenn ihr Wolfgang Hohlbeins Bücher mögt, werdet ihr diese Buchreihe vermutlich lieben, denn meiner Meinung nach ist sie das Beste, was der Autor hervorgebracht hat (zumindest von den Büchern, die ich bereits von ihm gelesen habe und das sind einige). Dazu muss ich sagen, dass die Reihe einen großen emotionalen Wert und Einfluss für mich hat, denn abgesehen von Harry Potter ist „Die Chronik der Unsterblichen“ die erste richtige Buchreihe, die ich zu lesen begonnen habe. Darüber hinaus ist Andrej Delany der erste fiktive Charakter, der mich zum Weinen gebracht hat (an dieser Stelle wäre interessant zu erfahren, welcher es denn bei euch war? Schreibt es mir gerne in die Kommentare). Band 4: „Der Untergang“ hat mich in diesem Zusammenhang ziemlich mitgenommen, denn Andrej muss in so ziemlich jedem Band schlimme Dinge und Verluste erleben, doch was in Band 4 passiert ist, setzte dem Ganzen noch die Krone auf.
Damit gehe ich dann auch dazu über, welcher Band mir denn am besten gefallen hat und warum ich eigentlich nicht alle Bände gelesen habe. Zuerst einmal sind Band 1 bis 6 für mich schlichtweg gut und empfehlenswert gewesen, auch wenn viele Leser da geteilter Meinung sind. Band 5: "Die Wiederkehr" bildete für mich den Höhepunkt: Er war unglaublich spannend und noch heute habe ich gewisse Szenen wie Erinnerungen an einen Film in meinem Kopf. Band 7: "Der Gejagte" schwächelte für mich zunächst ein wenig, aber der Schluss hat es noch einmal sehr stark rumgerissen, weswegen ich auch für Band 8 und 9 weiter drangeblieben bin. Diese konnten mich dann jedoch nicht mehr ganz überzeugen.
Und damit komme ich auch zum Grund, weshalb ich seither nicht mehr weitergelesen habe. Zum einen ist es der gute alte Zeitmangel, doch natürlich ist es auf lange Sicht nur eine Ausrede, schließlich lese ich ja auch genügend andere Bücher oder? Wie gesagt hat die Reihe für mich ab Band 7 etwas geschwächelt. Durch Band 8 und 9 musste ich mich stellenweise schon etwas durchquälen. Daher konnte ich mich bisher leider noch nicht dazu aufraffen, die Reihe weiterzulesen. Aber ich habe es vor, denn ich möchte gerne das Geheimnis der Unsterblichkeit ergründen. Irgendwann.
Übrigens: Wenn ihr euch fragt, wie viele Bände von „Der Chronik der Unsterblichen“ es denn noch geben wird, ich habe Wolfgang Hohlbein genau diese Frage gestellt. Er verblieb natürlich geheimnisvoll und sagte, solange es die Leute noch lesen wollen, würde er wohl weitermachen. Na, dann haben wir wohl noch einige Bände vor uns!

Fazit: Liebhaber von Hohlbeins Romanen werden an dieser Reihe sicher ihre Freude haben, aber auch Fans von fantastisch angehauchten historischen Romanen kann ich diese Bücher ans Herz legen. Der Einstieg lohnt sich auf jeden Fall! Einigen Bänden würde ich klare fünf Leseratten vergeben, da dies jedoch nicht durchweg der Fall ist, kann ich die „Die Chronik der Unsterblichen“ Band 1 bis 9 nur mit immer noch sehr guten vier Leseratten auszeichnen.

P.S.: "Die Chronik der Unsterblichen" wurde in den letzten Jahren als Rockoper unter dem Namen "Blutnacht" aufgeführt. In Zuge dessen ist auch das Konzeptalbum "Netherworld" der deutschen Progressive-Metal-Band Vanden Plas entstanden. In einer Woche, am 06. November, feiern Vanden Plas die Veröffentlichung des zweiten Konzeptalbums "Netherworld II" im Hardrock-Café Kaiserslautern. Sehr hörenswert!

Quelle: "Valterus Music Channel", Youtube.

Und nach diesem viel zu langen Post verabschiede ich mich dann auch für heute.

Liebste Grüße

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