Sonntag, 6. März 2016

Romanauszug: Der Todbringer | Prolog



Hallo ihr Lieben,

da ich diese Woche in meinem Roman die 50.000 Wörter überschritten habe und damit bald Halbzeit angesagt ist, möchte ich euch erstmals einen Auszug präsentieren. Es ist nur ein kurzer Ausschnitt, aber ich hoffe, er gefällt euch.



Liebste Grüße







Prolog

Die Nebelschwaden näherten sich verheißungsvoll dem Dorf am Rande des Waldes. Sie kamen behäbig kriechend von den Sümpfen und von dort schienen sie einen grünlichen Schimmer und einen erdigen Geruch mit sich zu tragen. Einen modrigen Gruß des Todes; die Sümpfe hatten schon viele Opfer gefordert.
Über Krall, dem Dorf, lag eine bedrückte Stille. Neblige Nächte waren meist ein böses Omen. Und zu Recht ängstigten sich die Menschen, die dort lebten. Mehrmals im Jahr, wenn es von den Sümpfen besonders stark nebelte, brach der Tod über sie herein, schlich sich an, ungesehen. Dennoch kursierte die Legende eines monströsen Schattens, größer als jeder Mann im Dorf, der in den Todesnächten umging. Doch niemand derer, die so vehement beteuerten, ihn gesehen zu haben, konnte sagen, wie er ausgesehen hatte. Die einen behaupteten, er habe die Gestalt eines Menschen, andere wiederum glaubten, dass es sich um ein gesichtsloses Ungeheuer handelte. In einem waren sich allerdings alle einig: Sie fürchteten ihn.
Nach Monaten des Friedens schien sich mit dem Nebel und dem anbrechenden Herbst etwas Böses zu nähern. Ein Gestank lag in der Luft, der bedrohliche Gestank des Todes. Und die Ehre, ihn den Menschen zu überbringen, wurde ihm zuteil. Dem Todbringer.

 
Quelle: Jessica Iser


[Bei diesem Text und der Grafik handelt es sich um mein eigenes geistiges Eigentum und ich bitte euch, dies zu respektieren.]

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