Sonntag, 22. Mai 2016

Rezension: "Wytches" von Scott Snyder und Jock

Hallo ihr Lieben,

zu später Stunde habe ich heute noch etwas Unheimliches für euch. Heute rezensiere ich keinen Roman, sondern ein Comic, das ich mir letztes Wochenende, während des Gratis-Comic-Tags gekauft habe. Es geht um die Horrorgeschichte "Wytches" von Scott Snyder mit Illustrationen von Jock.

"Ich will nicht da raus. Nachts höre ich ihre Zähne. Hungrig.
Sie machen Chit. Chit. Chit. Chit. Chit. Chit. Chit. Chit."

Quelle: Jessica Iser

Story

Die junge Sailor Rook wird von ihrer Mitschülerin Annie Tag für Tag drangsaliert und gedemütigt. Aber dann verschwindet Annie und die Leute glauben, Sailor habe etwas damit zu tun. Ihre Eltern sehen nur einen Ausweg: Sie ziehen mit Sailor fort in ein abgelegenes Haus am Waldrand. Der Schrecken nimmt für Sailor jedoch kein Ende – etwas Böses lauert im Wald...

Wie mir ein Mitarbeiter im Comicladen erzählte, steht eine Fortsetzung von "Wytches" wohl in den Sternen, da Scott Snyder den Verlag gewechselt habe. Die Geschichte lässt sich allerdings auch gut als Standalone lesen.

Charaktere

Im Mittelpunkt stehen Sailor und ihre Eltern Charlie und Lucy. Nicht nur die ängstliche Sailor kämpft mit Problemen, auch Charlie und Lucy haben mit der Vergangenheit zu kämpfen, die Stück für Stück enthüllt wird. Die Emotionen der Charaktere kamen gut rüber und auch ein paar Nebencharaktere sorgten für interessante Momente.

Zeichenstil

Da es zum Schreibstil nicht viel zu sagen gibt, nenne ich diese Kategorie für diese Rezension "Zeichenstil". Was Comics betrifft hat ja jeder seinen eigenen Geschmack. Die Comics, die ich sonst so gelesen habe, sind eigentlich in einem ganz anderen Stil. Dennoch mochte ich die Darstellungen und besonders die psychedelischen Kolorierungen von Matt Hollingsworth. Dadurch erschien alles etwas lebhafter und unwirklicher.

Quelle: Jessica Iser

Lesevergnügen

Ich bin vor einer Weile durch Zufall auf "Wytches" gestoßen und habe daher bewusst nach dem Comic Ausschau gehalten. Nach dem, was ich gelesen hatte, erwartete ich eine düstere und unheimliche Geschichte. Und düster war "Wytches" auf jeden Fall, stellenweise auch bitterböse – aber so wirklich unheimlich konnte die ganze Atmosphäre für mich leider nicht werden. Dafür ging mir das Ganze dann doch zu schnell – trotz der rund 180 Seiten. Was für mich zudem den Lesefluss störte, war das wirklich ständige hin und her in den Zeitebenen, ohne konkrete Hinweise. Manchmal merkte man gar nicht, dass die beiden Szenen gar nicht mehr zusammengehörten. Zum Ende hin hat man zwar alles verstanden, aber irgendwie hat es mich stellenweise doch erst so verwirrt, dass ich zunächst nicht richtig in die Story reinfand. Das hat mein Lesevergnügen leider etwas gebremst.

Zudem muss ich sagen, dass ich schon ziemlich schnell ahnte, wohin der Hase läuft und warum die Wytches es auf Sailor abgesehen haben. Daher konnte mich das Comic auch nicht wirklich überraschen. Zu guter Letzt ging mir der Showdown ein wenig zu schnell, das hätte man noch ausbauen können.

Die Idee der Wytches gefiel mir insgesamt sehr gut, auch wenn nicht alles wirklich neu war. Und auch das Nachwort, wie Scott Snyder auf die Story-Idee kam, fand ich sehr lesenswert – fast unheimlicher als die Geschichte selbst.

Fazit: "Wytches" ist ein lesenswertes Comic für Genre-Fans, die auch an ein paar Klischees Freude haben. Die Zeichnungen und Kolorierungen sind mal etwas anderes und meines Erachtens gelungen. Insgesamt gab es jedoch einige Schwächen, sodass mich "Wytches" nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Daher gibt es von mir drei Leseratten.

Habt ihr gruselige Comics, die ihr mir empfehlen könnt?

Liebste Grüße

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