Sonntag, 17. Juli 2016

Ein Rückblick auf die 32. Schreibnacht: Autorentränen und fliegende Pesto-Gläser

Hallo ihr Lieben,

eigentlich war ursprünglich ja ein anderer Beitrag für heute geplant. Aber das kann warten. Ich dachte mir, ich erzähle euch lieber etwas zur gestrigen Schreibnacht. Vielleicht können einige unter euch damit nichts anfangen. Aber auch dann solltet ihr weiterlesen, denn dann wisst ihr wenigstens, worum es geht, wenn ich auf Twitter und Co. plötzlich aus meinem Winterschlaf erwache und mehr Aktivität zeige als die restlichen Tage des Monats zusammen. Also, freut euch auf einen kleinen Einblick in das Dasein eines Schreiberlings!

Quelle: Twitter / Jessica Iser


19:30 Uhr

Die ersten Posts mit leckerem Proviant für die Nacht spicken meine Timeline. Ich schnappe mir Chips und meinen "Writer's Tears"-Whiskey (als hätte ich geahnt, welche Szene in meinem Buch ich in dieser Nacht erreichen würde – Achtung, foreshadowing!). Und der Kuchen für einen Brunch mit den Nachbarn heute musste auch noch fertig werden. Na dann aber los!

20:10 Uhr

Der Kuchen ist fertig und die 32. Schreibnacht hat bereits begonnen. Schnell husche ich ins Schreibnacht-Forum, wo die erfolgreiche Self-Publisherin und neueste Drachenmondverlag-Autorin Julia Mayer bereits eifrig Fragen beantwortet. Denn von 20:00 Uhr bis 21:00 Uhr geht es locker los mit einem Special Guest, der von der Community mit Fragen gelöchert wird. Ich folge Julia Mayer ja schon eine Weile und durfte auch dabei sein, als sie sich und ihren Roman "Séance - Die erste Synergie" letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse im Rahmen des neobooks-Rookie-Programms vorstellte. Sie ist einfach herrlich sympathisch.

"Bestimmt habe ich noch mehr Fehler gemacht und mache sie noch immer, das finden wir dann in den nächsten vier Jahren heraus und schämen uns", schreibt sie beispielsweise. Oder: "Und außerdem leide ich gerne beim Schreiben und insgeheim glaube ich auch, dass meine Charaktere drauf stehen. (Kann sein, dass da Satan aus mir spricht.)" Hach ja, ich mag sie einfach.

Nebenbei starte ich das "Game of Thrones"-Duell. Denn im Rahmen des WriYoBo finden auch regelmäßig Duelle statt, in denen sich die einzelnen Teams (Wortkrieger, Bücherhelden, Weltenweber und Schreibmaschinen) anhand ihrer geschriebenen Wörter battlen (klingt jetzt härter als es ist, eigentlich haben wir uns doch alle lieb). Auch ich tippe so meine ersten Wörter des Abends drauf los und schaue was passiert.

21:00 Uhr

Ich habe bereits viel geschrieben – auf Twitter. Der Hashtag #Schreibnacht hat es inzwischen wieder in die Twitter-Trends geschafft. Vom Austausch über den passenden Schreib-Soundtrack bis hin zu umherfliegenden Pesto-Gläsern (fragt einfach nicht), ist alles dabei. Deutschlandweit schütteln unwissende Twitter-Nutzer verwirrt die Köpfe. Mein Kater findet das Ganze eher uninteressant und will meine Aufmerksamkeit auf sich lenken.

22:05 Uhr

Inzwischen habe ich ein wenig geschrieben und lege eine Fresspause ein. Freund hat leckere Cocktails gemacht und wir schauen einen Film.

23:30 Uhr

Freund ist eingeschlafen und ich kehre zur Schreibnacht zurück. Manche gehen bereits mit vielen geschriebenen Worten zufrieden ins Bett, für andere geht es jetzt erst richtig los. Ich nehme mein geplantes Ziel, die 85.000 Wörter in meinem Roman zu erreichen, in Angriff.

0:00 Uhr

Geisterstunde. Wir sind noch hellwach. An den Arbeitsplätzen der anderen Schreibnachtler fließen Rotwein und Mate. Ich nehme den letzten Schluck "Writer's Tears" aus meinem Glas und im Roman wird's allmählich dramatisch. Komme mir vor wie auf einem sinkenden Schiff.

1:00 Uhr

Läuft.

1:30 Uhr

Ich will bis zum nächsten Tausender schreiben. Noch ca. 450 Wörter.

2:05 Uhr

Mein Ziel von 85.000 Wörtern habe ich nicht erreicht, aber ich habe die 84.000 überschritten. Irgendwie bin ich noch aufgeputscht und gar nicht richtig müde. Aber weiterschreiben will ich auch nicht. Stattdessen drücke ich mich vor der Szene, die mir bevorsteht. Sie marktiert einen riesigen Wendepunkt in meinem Roman und ich habe ein bisschen Angst. Also belasse ich es dabei und gehe nach einer witzigen und erfolgreichen Schreibnacht ins Bett.

Wie war denn eure Schreibnacht? Einige waren ja zum ersten Mal dabei. Aber natürlich wie immer auch genug alte Hasen. Teilt gerne auch eure eigenen Rückblicke und Berichte in den Kommentaren mit mir, ich entdecke gerne neue Blogs.

Bis dahin







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