Sonntag, 25. Oktober 2015

Rezension: Kaninchenherz von Annette Wieners



Hallo ihr Lieben,

und schon ist wieder eine Woche rum! Wahnsinn, wie die Zeit vergeht oder? Dann kommt jetzt endlich mal meine endgültige Rezension zu Annette Wieners Kriminalroman „Kaninchenherz“. In einem früheren Post hatte ich euch ja bereits ein wenig dazu erzählt.


Ich habe es vor einer Weile ausgelesen (und lese momentan „Six of Crows“ von Leigh Bardugo und habe mir zudem auch noch „Dancing Jax“ von Robin Jarvis aus der Bibliothek ausgeliehen). Jetzt habe ich mir ein Bewertungssystem überlegt, das ich gerne für meine Rezensionen einführen möchte. Darin sollen die Punkte „Story“, „Charaktere“, „Schreibstil“ und „Lesevergnügen“ besprochen werden. Mit dem Punkt „Lesevergnügen“ möchte ich den generellen Unterhaltungswert (Spannung, Humor, Dramatik) abdecken, damit jedes Genre gleichermaßen abgehandelt werden kann. Darüber hinaus vergebe ich zum Schluss eine Bewertung in Form von Leseratten – diese zählen wie die bekannten Sternevergaben: eine Ratte ist schlecht, fünf Ratten sind sehr gut (mehr dazu in der Kategorie „Rezensionen“).

Story
Die Geschichte von „Kaninchenherz“ hat mir insgesamt gut gefallen. Ich mochte die Idee, dass es sich bei der Protagonistin Gesine nicht um die klassische Kommissarin handelt, sondern um eine vom Schicksal gebeutelte Frau, die ihrem Polizisten-Dasein den Rücken gekehrt hat und nun als Friedhofsgärtnerin Frieden gefunden hat. Wäre da nicht der plötzliche, mysteriöse Tod ihrer Schwester, der alte Erinnerungen an den Tod von Gesines Sohn vor zehn Jahren wachruft. Obwohl sie sich aus der Sache raushalten möchte, gerät Gesine plötzlich selbst als Verdächtige ins Visier.
Annette Wieners hat mit „Kaninchenherz“ eine spannende, wendungsreiche Geschichte geschaffen, die bis zum Ende nicht gleich zu durchschauen ist.

Charaktere
Die Protagonistin Gesine wird gerade dadurch sympathisch, dass sie sich nicht alles gefallen lässt und andere nicht zu nahe an sich heranlässt. Das wirkt authentisch und mit voranschreitender Geschichte bekommt man als Leser mehr und mehr Einblicke in ihre Gefühlswelt.
Auch die übrigen Charaktere waren interessant und kamen bis zu einem gewissen Zeitpunkt alle als Täter in Frage. Ich möchte an dieser Stelle nicht genauer auf die Nebencharaktere eingehen, da dies zu viel von der Handlung verraten könnte. Nur so viel: Auch aus der Sicht der Kommissarin Marina Olbert werden einige Kapitel erzählt.

Schreibstil
Der Schreibstil von Annette Wieners hat mir insgesamt gut gefallen. Nur die Kapitel, die zwischendurch den Tod von Gesines Sohn beschreiben, haben mich im Stil auf Dauer ein wenig gestört. Aber sie haben mit ihren knappen Sätzen immerhin die schockierten Momenteindrücke, die Gesine wohl zu diesem Zeitpunkt hatte, gut eingefangen, was wahrscheinlich auch der Sinn der gewählten Erzählform war.
Die Notizbuch-Einträge von Gesine, die die Wirkung und Bekämpfung von Vergiftungen durch Giftpflanzen beschreiben, fand ich sehr passend und auch informativ. Ansonsten ließ sich das Buch gut lesen, es gab schöne Passagen, aber für meinen Geschmack war der Stil insgesamt nicht herausragend.

Lesevergnügen
Zusammenfassend war das Lesevergnügen sehr hoch. Man konnte mitfühlen und mitraten, wer wohl seine Finger mit im Spiel hatte. Die Spannung blieb stets erhalten und wurde im letzten Drittel noch einmal am stärksten. Einzige Kritikpunkte sind die Rückblicke von Gesine, die ab und zu etwas befremdlich wirkten sowie das Ende, das für mich ein wenig zu schnell abgehandelt wurde. Dennoch würde ich eine Fortsetzung oder einen weiteren Roman der Autorin lesen, da ich mich gut unterhalten gefühlt habe und die Idee des Buches mich überzeugt hat.
Damit vergebe ich insgesamt 3,5 Leseratten, runde also auf 4 auf.

Liebste Grüße
Jessi

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