Montag, 14. Dezember 2015

Rezension: "Mr Rileys Hürchen und 13 weitere Gruselgeschichten" von Tanja Hanika



Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich ein Buch von der lieben Self-Publishing-Autorin Tanja Hanika vorstellen. Sie war so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar ihrer Kurzgeschichtensammlung „Mr Rileys Hürchen und 13 weitere Gruselgeschichten“ zu schicken. Wenn ihr mehr über sie und ihre Veröffentlichungen erfahren wollt, schaut doch mal auf ihrer Website vorbei.

Quelle: Jessica Iser


Story
Zur Story kann ich im Gesamten natürlich nicht viel sagen, da es sich ja um eine Anthologie handelt. Allerdings sind diese in drei verschiedene Kategorien unterteilt:

·         Spukgeschichten
·         Gruselgestalten – Zombies, Werwölfe und Dämonen
·         Das Böse im Menschen

Mal spielen die Geschichten zur heutigen Zeit, mal im 19. Jahrhundert. Einige Geschichten sind etwas länger, andere kurz und knackig. Die Thematik ist, wie der Titel schon verrät, immer unheimlich und gruselig. Da es die drei Kategorien gibt, sollte auch für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Charaktere
Auch hier kann ich in diesem Fall auf keine bestimmten Charaktere eingehen. Jedoch muss ich sagen, dass es einige gibt, die mir besser gefielen als andere – was ja bei einer Anthologie wenig überraschend ist. Es handelt sich zwar um Kurzgeschichten, dennoch hätte ich mir bei einigen Charakteren etwas mehr Tiefe oder Hintergrundinfos gewünscht. Das beste Beispiel ist in diesem Fall Mr Riley aus der titelgebenden Geschichte „Mr Rileys Hürchen“. Er hat eine gewisse Obsession, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen werde, um nicht zu spoilern, aber ich hätte mir gewünscht, etwas mehr über die Gründe zu erfahren oder eventuelle Gefühlsregungen. An anderer Stelle, wie beim Rotkäppchen aus „Die wahre Geschichte vom bösen Rotkäppchen“ war dieser Umstand allerdings sehr passend gewählt, da es ihre Boshaftigkeit noch unterstreicht.

Schreibstil
Während dem Lesen habe ich mehrmals festgestellt, dass Tanja Hanika einen sehr eigenen Schreibstil hat. Mir gefiel überaus gut, dass sie diesen in Geschichten, die in vergangenen Jahrhunderten spielen, von der Wortwahl her daran angepasst hat. Diese altmodisch angehauchte Sprache hat meiner Meinung nach die Atmosphäre der Geschichten unterstrichen. Teilweise gab es aber auch einige Formulierungen, die mich im Lesefluss etwas stolpern ließen, da sie in einer anderen Satzfolge vielleicht besser geklungen hätten. Ich denke, dass Hanika mit einem guten Lektor noch viel mehr aus der einen oder anderen Geschichte holen könnte. Denn die Grundlage mit dem gewissen Etwas ist auf jeden Fall da.

Lesevergnügen
Wie schon gesagt, sollte in einer solchen Sammlung sicher für jeden Geschmack etwas dabei sein – vorausgesetzt man mag es auch düster und unheimlich. Das trifft also schon mal genau meinen Geschmack. Etwas ungünstig fand ich den Einstieg mit der Titelgeschichte „Mr Rileys Hürchen“, denn diese fand ich leider insgesamt am schlechtesten. Die Grundidee an sich versprach durchaus Potenzial, aber leider konnte der Ausgang der Geschichte dies meiner Meinung nach nicht erfüllen. Aus diesem Grund hatte ich zunächst die Befürchtung, dass auch die weiteren Geschichten nach diesem Schema ablaufen könnten. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Die Geschichten, die mir ausgesprochen gut gefallen haben sind: „Oh, düster träumt ich in der Nacht“ (eine tolle Idee!), „Das Haus voll Furcht und Tod“ und „Die wahre Geschichte vom bösen Rotkäppchen“. Auch toll fand ich, dass die sehr kurze Geschichte „Lass mich rein!“ innerhalb so weniger Seiten so viel Spannung aufbauen konnte. Diese Geschichte ist auch eine derjenigen, bei denen ich mich gut in den Charakter hineinfühlen konnte. Wie würde ich in einer solchen Situation reagieren? Und traue ich mich nachzusehen, was vor der Tür lauert?
Gut finde ich, wenn die Enden unheimlicher Kurzgeschichten größtenteils offen gelassen werden. Das unterstreicht das Bedrohliche, das man beim Lesen erwartet. Auch das hat Hanika bei ihren Geschichten zum Großteil gut umgesetzt.

Fazit: Ich vergebe „Mr Rileys Hürchen und 13 weitere Gruselgeschichten“ von Tanja Hanika drei Leseratten, da das Lesevergnügen insgesamt überzeugend war. Leider hat mir an einigen Stellen Spannung, Tiefe oder das gewisse Etwas gefehlt, was sehr schade ist, da die Grundideen an sich sehr vielversprechend sind. Insgesamt kann ich Gruselfans diese Anthologie ans Herz legen, da man eine Kurzgeschichte zwischendurch schnell gelesen hat – vor allem vorm Einschlafen… Süße Träume!


Liebste Grüße

Kommentare:

  1. Tolle Rezension. Ich bin versucht, mir das Buch zu kaufen, da ich ja selbst auch gruselige Kurzgeschichten schreibe und das deshalb genau mein Geschmack ist. Mir gefällt auch, dass das Buch in verschiedene Überthemen eingeteilt ist. Horror ist ja ein sehr facettenreiches Genre.

    Ich habe neulich auch ein Buch von Tanja Hanika rezensiert und ihr Schreibstil hat mir gut gefallen. Sicher kann man von den Formulierungen her noch hier und da etwas verbessern, aber ihre Ideen haben mir sehr gut gefallen.

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    1. Danke :)
      Genau so sehe ich das auch. Ich fand die Idee, die Geschichten in Kategorien einzuteilen echt gut, da man dann direkt aussuchen konnte, ob man eine Geister- oder Monstergeschichte oder so etwas liest.

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