Montag, 6. Juni 2016

Die 1. internationale Autorenmesse oder worauf habe ich mich da eingelassen?

Hallo ihr Lieben,

der eine oder andere unter euch hat sicher mitbekommen, dass am Samstag, den 04. Juni die 1. internationale Autorenmesse in Frankfurt stattgefunden hat. Zudem gab es dort ein großes Schreibnacht-Treffen – klar, dass ich dabei war. Aber wie war es denn nun eigentlich?

Quelle: Jessica Iser

Kurz: Durchwachsen. Natürlich ist mir klar, dass so eine Veranstaltung nicht gleich beim ersten Mal perfekt sein kann. Und es besteht definitiv Verbesserungsbedarf. Denn ich war teilweise tatsächlich etwas entsetzt, wie sich die Vorträge entwickelt haben. Dabei ging es doch zunächst so gut los – okay, die Veranstaltung hätte auf jeden Fall besser ausgeschildert werden müssen, aber nachdem ich erst einmal daran vorbeigelaufen bin, habe ich es dann noch gefunden. Aber dann startete auch schon der erste Workshop: Mit "Aller Anfang ist spannend – Wie Sie Ihre Leser von der ersten Zeile an fesseln" konnte Susanne Pavlovic von Textehexe mich direkt fesseln (ich muss mir jetzt ernsthaft Gedanken über meinen Romananfang machen). Leider war die Zeit für den Workshop meiner Meinung nach zu knapp bemessen – einige Schreibnachtler, mit denen ich dort war, werden mir da sicher zustimmen.

Aber dann ging es auch schon zum nächsten Vortrag. Der Thriller-Autor Veit Etzold sollte uns laut Programmheft etwas über "Der Bestseller Code – Mit gutem Storytelling nachhaltig begeistern" erzählen. Es ist harmlos ausgedrückt, wenn ich sage, dass er das Publikum nicht begeistern, sondern nur nachhaltig abschrecken konnte. So ging es mir zumindest und auch einigen anderen, mit denen ich gesprochen habe. Tatsächlich erzählte Etzold nämlich nichts über Storytelling, sondern ließ den Vortrag leider in komplette Selbstdarstellung ausarten – Erzählungen über die Hochzeit mit seiner Frau in der BILD inklusive. Hmm, sollte vielleicht sympathisch wirken, ging aber leider nach hinten los. Nachdem dann gefühlt das halbe Publikum abgehauen war, weil er noch weiter die Werbetrommel für seine eigenen Romane rühren wollte, ging er scheinbar endlich zum Storytelling über – Fehlanzeige. Ich verließ schließlich auch den Hörsaal.

Danach unterhielt ich mich mit anderen Schreibnachtlern, irrte ein wenig an den Ständen herum und nutzte die Gelegenheit, um noch einmal die Textehexe anzusprechen. Sie war wirklich sehr nett, hörte aufmerksam zu und gab mir ein paar Tipps (sie fand meine Romanidee toll – es war wirklich schön, das zu hören). Irgendwann lief dann Wolfang Hohlbein in Zivil an mir vorbei. Um 12 Uhr mittags fand dann schließlich das große Schreibnacht-Treffen bei strahlendem Sonnenschein statt – definitiv das Highlight der Messe (Grüße an dieser Stelle). Dicht gefolgt von Wolfgang Hohlbeins Lesung aus "Mörderhotel" – ja, da war ich schon auf der Role Play Convention die Woche davor, aber da habe ich nur die Hälfte mitbekommen. Und dieses Mal saß ich in der ersten Reihe. Hohlbein ist einfach sehr sympathisch und schert sich nicht sonderlich darum, was die Leute von ihm denken. Wen er nach seiner Lesung noch nicht eingeschläfert oder verjagt habe, der könne ihm alle Fragen stellen – außer natürlich, wie der Roman ausgeht. Mit Kriminalromanen kann er eigentlich gar nichts anfangen, sagt er – gut, ich auch nicht wirklich, also warum nicht seinen neuen Roman "Mörderhotel", einen Krimi, der auf wahren Begebenheiten basiert, ausprobieren? Ich habe mir das Buch gekauft und signieren lassen (nachdem ich vor lauter Aufregung erst einmal meinen Namen falsch buchstabiert habe). Ich glaube, ich muss keinem mehr sagen, dass ich ein Fan bin. Wolfgang Hohlbein hat mich schon vor vielen Jahren geprägt.

Quelle: Jessica Iser
Danach habe ich keine Veranstaltung mehr besucht, sondern den Nachmittag bei einem Kaffee mit den Schreibnachtlern ausklingen lassen. Denn ich musste leider früher weg und so war die erste Autorenmesse für mich zwar ereignis- aber nicht sehr aufschlussreich. Vielleicht habe ich die wirklich guten Vorträge ja auch einfach nur verpasst. Und vielleicht waren auch nur die Workshops gut. Insgesamt bin ich aber etwas enttäuscht, doch es besteht ja die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr bergauf geht. Vielleicht bin ich dann wieder dabei.

Bis dahin

Kommentare:

  1. Hohlbein benutzt als Tablets. Interessant :D

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  2. Schade, dass es dir nicht gefallen hat. Ich war eher beeindruckt, weil ich beim ersten Ereignis dieser Art weniger Professionalität erwartet hatte. Ich habe 6 Vorträge / workshops besucht und mir haben alle viel gebracht. Ausnahme: ich schließe mich deiner Meinung über Etzolds Storytelling an. Da bin ich ebenfalls rausgegangen.
    Ich werde definitiv nächstes Jahr wieder dabei sein.

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    1. Hallo Ursula,

      da hattest du vielleicht mehr Glück mit den Vorträgen, ich habe ja leider nicht so viele mitbekommen. Ich würde aber auch nicht sagen, dass ich der Autorenmesse keine Chance mehr gebe :) Also ich bin gespannt, wie das Angebot beim nächsten Mal aussehen wird – und hoffe, dass es dann in der Realität nicht mehr so sehr abweicht...

      Liebste Grüße
      Jessi

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