Dienstag, 26. Juli 2016

Rezension: „Clockwork Angel“ von Cassandra Clare



Hallo ihr Lieben,

eigentlich hätte dieser Blogbeitrag bereits am Sonntag online gehen sollen – aber dann habe ich „Clockwork Angel“ von Cassandra Clare doch erst Sonntagabend vor dem Schlafengehen beendet. Und gestern, nun ja, da kam mir dann doch einiges dazwischen. Aber jetzt ist sie ja da, die Rezension, auf die ich tatsächlich selbst schon lange warte. Denn die „Infernal Devices“-Reihe – oder „Die Chroniken der Schattenjäger“ – stand schon lange auf meiner Liste.

Quelle: Jessica Iser
Vor Jahren habe ich „Die Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare verschlungen. Da ich aber nur die ursprüngliche Trilogie und nicht die drei Folgebände gelesen hatte (da das Ende von Band 3 meiner Meinung nach ziemlich perfekt war), habe ich länger überlegt, ob ich nun sozusagen die Vorgeschichte lesen soll – wobei ich noch nicht sagen kann, wie sehr die beiden Reihen bis auf das Offensichtliche – die Schattenjäger und ein paar Charaktere – miteinander verstrickt sind. Nun konnte ich es aber doch nicht lassen, immerhin habe ich die Welt der Schattenjäger damals geliebt, warum also nicht auch heute noch?

Story
1878: Nach dem Tod ihrer Tante reist die junge Tessa Gray aus Amerika nach London, wo ihr Bruder einen Job angenommen hat. Doch an seiner Stelle erwarten sie zwei alte Damen am Hafen. Die beiden locken sie im Namen ihres Bruders zu sich nach Hause – und sperren sie ein. Dort lernt Tessa, dass sie kein normaler Mensch ist. Sie ist eine Formwandlerin und kann selbst die Gestalten verstorbener Menschen annehmen. Aber wer ist der Magister, auf den die beiden Alten sie vorbereiten? Bevor Tessa es herausfindet, wird sie vom Schattenjäger Will befreit, lernt eine Welt voller Magie und düsterer Gestalten kennen und sucht eine Antwort auf die Frage ihrer Herkunft…

Charaktere
Zu Beginn habe ich eine Weile gebraucht, um mit der Story und den Charakteren warm zu werden. Vielleicht lag das daran, dass die Grundidee mit den Schattenjägern und Dämonen mir aus der „City of Bones“-Reihe bereits vertraut war, der Rest aber auch aufgrund des Jahrhunderts so ganz anders war. Während Clary in der ersten Trilogie ein Mensch war, der zunächst nichts von seinem Schattenjäger-Dasein wusste, ist Tessa wiederum ein Schattenwesen. Die beiden Freunde Will und Jem, die im Institut leben, gewinnen beide schnell Interesse an ihr, jeder auf seine Art. Ich muss sagen, dass mir Will die ganze Zeit über nicht sonderlich sympathisch war, Jem dagegen mochte ich sehr. Beide haben eine interessante Hintergrundgeschichte, die noch nicht vollkommen aufgedeckt wird. Henry und Charlotte bilden ein liebenswürdiges Ehepaar, das mich in gewissen Aspekten an Arthur und Molly Weasley aus „Harry Potter“ erinnerte. Dann ist da noch Jessamine, eine Schattenjägerin, die eigentlich keine sein will und die man irgendwie doch ein wenig mag, auch wenn sie sehr biestig und oberflächlich sein kann. Zahlreiche weitere Nebencharaktere machen den „Cast“ perfekt.

Schreibstil
Es ist das erste Mal, dass ich etwas von Cassandra Clare auf Englisch lese, denn die „City of Bones“-Reihe habe ich damals auf Deutsch gelesen. Ich finde ihren Schreibstil nach wie vor schön, bildhaft und spannend. Zudem würde ich sagen, dass das Englisch recht leicht verständlich ist, sodass ich es Interessierten im Original empfehlen kann. Schön fand ich auch die poetischen Passagen zu Anfang jeden Kapitels, auch wenn das mittlerweile wohl nicht mehr allzu außergewöhnlich ist. Sie waren jedoch sehr treffend und auch aus der Zeit, in der Tessa lebt, gewählt, sodass sie die Gedichte kennen könnte.

Zu meckern hatte ich hier eigentlich nichts. Es gibt immer wieder eine gute Abwechslung aus Action, Romantik, Witz und ruhigen Szenen mit Charakterentwicklung, also ein gutes Fundament für eine gute Story.

Lesevergnügen
Wie bereits angedeutet, habe ich eine Weile gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen. Ich weiß nicht genau, woran das lag. Vielleicht daran, dass ich auch recht hohe Erwartungen hatte, denn zuvor habe ich schon sehr viele gute Meinungen über die „Infernal Devices“-Reihe gehört. Aber mit der Zeit fand ich mich wieder gut in Cassandra Clares Urban-Fantasy-Welt zurecht.

Ich mochte die Charaktere und deren unterschiedliche Facetten. Das ist eine von Cassandra Clares besonderen Stärken. Sie schafft tolle Charaktere – ich sage nur Magnus Bane. Es gab auch überraschende Wendungen in der Story, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Einer der wichtigsten Punkte in einem Buch, wie ich finde.

Ich hatte sehr viel Spaß, wieder in Cassandra Clares Welt der Schattenjäger einzutauchen und freue mich auf mögliche Verbindungen zu der nachfolgenden Reihe, die ich dann eventuell wiedererkennen werde. Vor allem zum Ende hin, nahm das Buch an Fahrt auf und packte einige interessante Handlungsstränge aus, auf die ich mich in den beiden Folgebänden freue. Eine Leseratte Abzug gibt es eigentlich nur, weil es am Anfang etwas gedauert hat, bis mich die Geschichte  so richtig fesseln konnte – und weil ich denke, dass sie in den nächsten Bänden noch besser wird. Es bleibt auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Quelle: Jessica Iser
Und ist es nicht wunderschön? Ich liebe diese Ausgabe.

Fazit: Klare Empfehlung für Fans von Cassandra Clare. Und auch Leser, die gerne Urban Fantasy lesen oder einen Hang zu Steampunk haben, dürften an diesem Buch ihre Freude haben.

Liebste Grüße

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