Sonntag, 14. August 2016

Rezension: "Dämonisch" von Carmen Weinand und Thomas Williams

Hallo ihr Lieben,

am Freitag habe ich bereits die erste Halloween-Deko in den Geschäften gesehen. Und auch wenn es jetzt noch mal warm werden soll, nehme ich das schon mal als Anlass, um auf die dunkle Jahreszeit einzustimmen. Und wie ginge das besser als mit düsteren Geschichten? Heute geht es um die bitterböse Kurzgeschichtensammlung "Dämonisch" von Carmen Weinand und Thomas Williams aus dem Amrûn Verlag.

"Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt euch gerade das absolut Böse ins Haus geholt. Und übrigens, ihr werdet alle sterben."

Quelle: Jessica Iser
Story
Wie der Titel schon verrät, geht es in den Geschichten um Dämonen, Monster und menschliche Abgründe. "Dämonisch" umfasst insgesamt acht Horrorgeschichten:

Von Carmen Weinand: "In Dir"
  • Freakbook
  • Jenna
  • Ohne Fucking Titel
  • In ihr

Von Thomas Williams: "Love Sex Destruction"
  • 90er Jahre Trashparty
  • Jagd auf El Bocazas
  • Love Sex Destruction
  • Superhero

Wenn ihr euch schon mal gefragt habt, was passiert, wenn ein Dämon von eurer Freundin Besitz ergreift oder das soziale Netzwerk plötzlich außer Kontrolle gerät, dann seid ihr hier genau richtig. In Dämonisch erfahrt ihr, warum 90er Jahre Parties der echte Horror sein können, wie man am besten Jagd auf ein Godzilla-ähnliches Monster macht und warum ihr in heruntergekommenen Kneipen lieber nicht mit alten Schabracken verhandeln solltet.

Wichtiger Hinweis: Wenn ihr nach dieser Rezension "Dämonisch" lesen wollt, solltet ihr Carmen Weinands "In ihr" vor "Jenna" lesen – bei den beiden Geschichten handelt es sich um einen Zweiteiler, der leider in falscher Reihenfolge abgedruckt wurde. Ich bin mir allerdings nicht hundertprozentig sicher, ob das bei neueren Exemplaren auch noch der Fall ist. (Nachtrag: Carmen Weinand hat bestätigt, dass die aktuellen Exemplare in der richtigen Reihenfolge gedruckt sind)

Charaktere
Wie könnte es anders sein, in dieser Sammlung sind nicht alle Charaktere liebenswert. Da hätten wir beispielsweise eine rachsüchtige Bloggerin, einen unterdrückten Ehemann, einen selbsternannten Monsterjäger oder zwei Brüder, die vom rechten Weg abkommen. Wäre ja sonst auch langweilig, oder? Ich hatte jedenfalls Freude daran, mit jeder neuen Geschichte einen neuen Charakter mit Ecken und Kanten zu entdecken. Am besten lernt ihr sie einfach selbst kennen, denn ich möchte ja nicht zu viel verraten!

Schreibstil

"Man stelle sich vor, man geht auf eine 90er Jahre Trashparty. Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Draußen geht die Welt unter und die Musik läuft trotzdem weiter."

Sowohl Carmen Weinand als auch Thomas Williams wissen mit ihrem Schreibstil Spannung aufzubauen und mischen gekonnt bösen Humor in ihre Geschichten. Ich finde, bei Horror sollte man auch mal lachen dürfen. Auch wenn es einem auf der nächsten Seite im Hals stecken bleibt.
Beide Autoren haben kein Problem, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn ihr mit Kraftausdrücken und Freizügigkeit nichts anfangen könnt, solltet ihr vielleicht über ein anderes Genre für eure nächsten Lesestunden nachdenken. Ich wurde nicht zuletzt durch den Stil jedenfalls bestens unterhalten.

Lesevergnügen
Ihr könnt es euch wahrscheinlich denken: Ich habe "Dämonisch" mit Spannung gelesen und habe auch mal laut aufgelacht – im positiven Sinne. Es gab eigentlich keine Geschichte, die ich nicht mochte. Am besten gefallen haben mir "90er Jahre Trashparty", "In ihr" sowie "Jenna" und "Jagd auf El Bocazas". Letztere war mein Favorit; die Atmosphäre, die hier aufgebaut wurde, sorgte dafür, dass sich die Story wie ein Film vor meinem geistigen Auge abspielte, auch wenn "90er Jahre Trashparty" hier auch ganz vorne mit dabei ist.
Nicht vollständig überzeugt haben mich eigentlich nur "Ohne Fucking Titel" und "Superhero". Bei "Ohne Fucking Titel" ging es mir einfach so, dass ich schon relativ bald eine Vorahnung hatte, sodass mich das Ende nicht wirklich schocken konnte. Und "Superhero" war nun mal einfach nicht so stark wie die restlichen Geschichten. Beide sind jedoch auf keinen Fall schlecht, treffen nur nicht hundertprozentig meinen Geschmack. Deshalb gibt es von mir auch keinen Abzug in der Gesamtwertung, denn an die restlichen Horrorgeschichten denke ich noch oft und gerne zurück – da sind definitv ein paar dabei, die ich wieder lesen würde.

Fazit: Ihr sucht noch Lektüre für Halloween? Bitte, da habt ihr sie.

Liebste Grüße







P.S.: Für Horrorempfehlungen bin ich immer offen, also her damit.

Kommentare:

  1. Huhu liebe Jessi,

    oh cool, ich bin ja schon länger um Werke von Thomas Williams herumgeschlichen, ohne wirklich zu wissen, ob ich sie mir kaufen soll oder nicht. Aber wenn dir das Buch so gut gefallen hat, dann kann ich ja eigentlich nichts falsch machen :) Ich liebe gruselige Kurzgeschichten sowieso. Von daher: Kommt auf meine Wunschliste :)

    Ganz liebe Grüße
    Myna

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    1. Hi liebe Myna,

      sehr gut! Ich glaube, dass es dir wirklich gefallen könnte :) Es sind ja auch sehr abwechslungsreiche Geschichten, da findest du bestimmt auch einen Favoriten. Wenn du es gelesen hast, freu ich mich auf einen Austausch zu den Stories!

      Liebste Grüße
      Jessi

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