Sonntag, 4. September 2016

Rezension: "The May Queen Murders" von Sarah Jude



Hallo ihr Lieben,

schon ist der September da und ich komme pünktlich zum nahenden Herbst noch mehr in die Stimmung für düstere und gruselige Romane. Wahrscheinlich werde ich vor Oktober eine Art Halloween-Special machen, mit Buchempfehlungen für gemütliche Herbstabende, wenn es draußen dunkel wird – also haltet eure Augen danach offen!
Heute soll es aber um eine weitere Buchrezension gehen. Und zwar habe ich „The May Queen Murders“ von Sarah Jude ausgelesen. Dabei handelt es sich um eine Art Mysterythriller, der hauptsächlich in einem kleinen, altmodischen Dorf spielt.  

„The flies always buzzed ’round Birch ’cause flies always come when death’s close.“

Quelle: Jessica Iser

Story
Bleib auf der Straße. Geh nicht in den Wald. Und bleib nachts im Haus! Die meisten Bewohner des beschaulichen Städtchens Rowan’s Glen halten sich an diese Regeln – denn noch immer geht die Legende des irren Mörders Birch Markle um, der auch viele Jahre nach dem Mord an der Maikönigin Terra im Wald lebt und dessen Schreie nachts im Dorf zu hören sind. Dort leben Ivy und ihre Cousine Heather. Letztere schleicht sich in der Nacht immer öfter davon – und als sie eines Tages nicht zurückkehrt, möchte Ivy die Wahrheit hinter den düsteren Geschichten der Vergangenheit aufdecken…

Charaktere
Die Geschichte wird vom personalen Erzähler aus der Sicht von Ivy erzählt. Sie verbringt ihre Freizeit mit Heather, ist verliebt in den Nachbarsjungen Rook und überzeugt davon, dass im Aberglauben ihrer Großmutter viel Wahres steckt. Ivy ist ein eher unsicheres, stilles Mädchen, das mir dadurch aber recht sympathisch war. Gestört hat mich eigentlich nur, dass sie stotterte – nicht wegen der Tatsache an sich, sondern weil mich das oft ein wenig aus dem Lesefluss gebracht hat. Im Laufe der Geschichte lernt der Leser auch viele weitere Bewohner von Rowan’s Glen kennen, die auf den ersten Blick wie eine große Familie erscheinen, denn jeder kennt sich und es wird viel Wert auf Familie und Traditionen gelegt. Ein bisschen erinnerte mich die Art, wie sie leben, an den Film "The Village – Das Dorf".

Insgesamt fand ich die Charaktere interessant und sie waren nicht immer leicht zu durchschauen – das machte einen großen Teil der Spannung in diesem Buch aus.

Schreibstil
Sarah Judes Schreibstil hat mir gut gefallen. Sie hat eine tolle Art, Umgebungen zu beschreiben und schafft schöne Metaphern. Zudem gelang es ihr, mir beim Lesen mit einigen Beschreibungen eine Gänsehaut zu verursachen, ohne den Holzhammer rauszuholen. Der Grusel in diesem Buch hält sich in Grenzen und ist eher subtil – aber wirkungsvoll, zumindest bei mir und das ist nicht oft der Fall. Die Autorin hat mit ihrem Schreibstil eine tolle Atmosphäre geschaffen, wie man sie aus alten „Gothic novels“ kennt, was mir persönlich sehr gefällt.

Erwähnenswert ist außerdem, dass die Charaktere in diesem Buch in einer Art „Slang“ reden, es ist also kein hochgestochenes Englisch, aber das fand ich sehr sympathisch und trug in gewisser Weise zur Atmosphäre des Buches bei.

Zu guter Letzt möchte ich noch anfügen, dass ich die Einschübe zu Beginn jedes Kapitels sehr gelungen fand. Darin wurde immer wieder in ein paar kurzen Sätzen etwas aus der Vergangenheit von Rowan’s Glen erzählt, das mit den Vorfällen um Birch Markle zu tun hatte. So erfährt man häppchenweise mehr über den gefürchteten Irren.

Quelle: Jessica Iser
Lesevergnügen
„The May Queen Murders“ blieb bis zum Ende hin spannend. Trotzdem gab es zwischendurch Szenen, die das träumerische Dorf und seine Landschaft sehr gut beschrieben haben. Diese Mischung machte das Buch zu einem schönen Leseerlebnis.
Mir gefiel besonders, dass Sarah einen ganz subtil immer wieder auf die falsche Fährte gelockt hat, was die Morde im Dorf betrifft. Und hier ist vielleicht ein kurzer Hinweis angebracht: Es gibt einige graphisch-blutige Szenen, wer also eher zart besaitet ist, sollte sich nochmal überlegen, ob dieses Buch etwas für ihn ist.

Fazit: Für mich war „The May Queen Murders“ ein rundum gelungenes Buch. Bei der Vergabe der Leseratten habe ich aus irgendeinem Grund trotzdem zwischen der vollen Punktzahl und vier Ratten geschwankt. Wenn ich es mit anderen 5-Leseratten-Büchern vergleiche, gibt es da schon welche, die mir besser gefielen – aber das hier ist nunmal auch ein anderes Genre. Ich habe schon lange nichts mehr im Mysterythriller-Bereich gelesen und deshalb ist es möglich, dass es auch weitaus Besseres auf dem Gebiet gibt. Trotzdem entscheide ich mich schlussendlich dafür, „The May Queen Murders“ die volle Punktzahl zu geben, denn vom Cover bis zum Schluss hatte ich sehr viel Lesespaß mit diesem Buch. Also, falls euch der Film "The Village – Das Dorf" gefallen hat, dann könnte dieses Buch durchaus nach eurem Geschmack sein!

Damit wäre ein weiteres Buch von meiner Leseliste 2016 gestrichen. Was lest ihr denn momentan so?

Liebste Grüße

1 Kommentar:

  1. Vlt solltest du deine Skala auf zehn Ratten erhöhen, um solche Nuancen zu unterscheiden. Aber dann wäre das wiederum vlt zu breit, wenn da zehn Ratten nebeneinander stehen xD

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