Sonntag, 9. Oktober 2016

Rezension: „Empire of Storms“ von Sarah J. Maas



Hallo ihr Lieben,

kennt ihr das, wenn ihr während einer Zugfahrt am Ende eines Buches angelangt seid, doch bevor ihr die letzten Seiten lesen könnt, müsst ihr aussteigen? Mies, gaaanz mies. So erging es mir vor ein paar Tagen mit „Empire of Storms“ von Sarah J. Maas. Ich glaube, ich habe das Buch mittlerweile schon so oft erwähnt, dass ihr es nicht mehr hören könnt. Aber hey, ich habe es jetzt ausgelesen. Es war qualvoll – im besten Sinne. 

Ja, ich sage es jetzt einfach schon mal vorab: Kein einziger Band der „Throne of Glass“- Reihe hat mich bisher enttäuscht. „Empire of Storms“ ist nun der fünfte Band und seit dem ersten ist so viel passiert. Rückblickend erscheint mir Band 1 wie eine ganz andere, weit entfernte Geschichte. Und genau darum, kann ich diese Rezension nicht spoilerfrei schreiben – ich kann ja nicht einmal die Namen der Protagonisten nennen, ohne zu spoilern. Wer diese Reihe also noch lesen möchte oder die letzten Teile noch nicht gelesen hat (am 11. November erscheint in Deutschland Band 4: „Königin der Finsternis“), der sollte jetzt hier nicht weiterlesen!

Quelle: Jessica Iser
Story
Aelin Ashryver Galathynius kehrt in ihre Heimat Terrasen zurück, um ihren rechtmäßigen Thron zu besteigen – doch in ihrem Land ist sie eine Fremde und muss sich zunächst beweisen. Also begibt sie sich mit ihrem Gefolge auf die Suche nach Verbündeten im Krieg gegen den dunklen König Erawan – und nach den Wyrdkeys, die Aelin finden und vernichten muss, bevor sie dem Bösen in die Hände fallen…

Dies ist wirklich nur eine grobe Zusammenfassung des Geschehens. Die Handlung in Band 5 ist recht komplex und hält zahlreiche Schauplätze und einige Wendungen bereit.

Charaktere
Wie immer erzählt Sarah J. Maas ihre Geschichte aus der Sicht vieler einzelner Charaktere. Und ich finde, das macht einen Großteil der Lebhaftigkeit, Spannung und Sympathie für die Protagonisten aus. Die Geschichte fokussiert sich nicht durchgehend auf Aelin, sondern auch auf alte und neue Verbündete und Feinde von ihr. 

Der Leser erlebt „Empire of Storms“ aus der Sicht von folgenden Charakteren:

  • Aelin Ashryver Galathynius, Erbin der Feuermagie, Königin von Terrasen und Assassine unter dem Decknamen Celaena Sardothien.
  • Rowan Witethorn, Fae Kriegerprinz aus Wendlyn und Geliebter von Aelin.
  • Dorian Havilliard, König von Adarlan.
  • Aedion Ashryver, ein General und Aelins Cousin.
  • Lysandra, eine Gestaltwandlerin.
  • Manon Blackbeak, eine Ironteeth-Hexe.
  • Elide Lochan, Entflohene von Morath und Tochter von Aelins Kindermädchen.
  • Lorcan, ein Fae Krieger aus Wendlyn.

Der Wachmann Chaol Westfall, der in den bisherigen Romanen eigene Erzählstränge hatte, kommt in Band 5 nicht aktiv vor, was für einige Leser sicher eine Enttäuschung war, aber nach dem Ende von Band 4 und mit allem, was in Band 5 passiert, nicht weiter verwunderlich. Mir persönlich hat er nicht gefehlt, dennoch bin ich gespannt, wie seine Geschichte in Band 6 weitergeführt wird.

Schreibstil
Wie immer gefiel mir Sarah J. Maas Schreibstil sehr gut. Es gibt meiner Meinung nach keine Längen in diesem Buch, man möchte immer weiter lesen. Die Charaktere und Schauplätze werden gut beschrieben und es gibt schöne Metaphern (worauf ich ja besonders stehe). 

Einziger Kritikpunkt: In diesem Band ist mir sehr häufig aufgefallen, wie oft Sarah J. Maas ein bestimmtes Stilmittel verwendet. Ein Beispiel dafür: „Close – too close …“ oder etwa „She was scared – so scared …“. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. An sich mag ich es ja, mit Hilfe eines Gedankenstrichs, ein Gefühl besonders hervorzuheben. Aber in „Empire of Storms“ ist es mir schon schmerzhaft oft aufgefallen, teilweise sogar zweimal auf einer Seite. Ich finde, so etwas sollte nicht überstrapaziert werden. Im Gesamten fällt dieser kleine Kritikpunkt aber kaum ins Gewicht, da ich es so selten erlebe, dass ich keinen einzigen Satz langweilig finde und überfliegen möchte. Es gibt sicher Autoren, die besser schreiben können – aber das Gesamtpaket hat Sarah J. Maas einfach voll drauf.

Lesevergnügen
Ich habe gelacht und ich habe geweint – ich glaube, das sagt fast alles über dieses Buch aus. Ich kann kaum in Worte fassen, wie grandios ich diese Reihe und Sarah J. Maas finde. Bisher hat sie nichts geschrieben, was ich nicht mochte. Fantasy-Lesern, die gerne von tollen Charakteren, epischen Kämpfen, leidenschaftlichen Liebesgeschichten und unerwarteten Wendungen lesen, kann ich ihre Bücher nur ans Herz legen. Gerade als ich dachte, „Empire of Storms“ hätte bereits all sein Pulver verschossen und auf den letzten 20 Seiten könne ja nicht mehr viel passieren, zaubert Sarah J. Maas noch einmal ein Ass aus dem Ärmel und ohrfeigt den Leser (im besten Sinne natürlich) mit einer Wendung, die fieser nicht sein könnte. Denn nach der letzten Seite bleiben das Verlangen, weiterzulesen – und die lange Wartezeit bis zum nächsten Band. Ich muss sagen, die letzten Seiten von „Empire of Storms“ waren recht schmerzhaft zu lesen. Warum? Das müsst ihr bei Interesse dann schon selbst herausfinden.

Fazit: Unzählige Charaktere, bei denen man sich nicht entscheiden kann, wen man am liebsten mag, und eine unglaublich spannende Story? Ich bleibe bis zum bitteren Ende an Bord und vergebe fünf Leseratten (ach kommt, ihr habt bei meiner  Lobhudelei von Miss Maas doch nichts anderes erwartet, oder?)!

P.S.: Welche Fantasy-Reihe ist euer Favorit?

Liebste Grüße

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