Sonntag, 12. März 2017

Rezension: „The Raven Boys“ von Maggie Stiefvater


Okay, der Hype zur „Raven Cycle“-Reihe von Maggie Stiefvater ist eigentlich schon seit geraumer Zeit ins Land gezogen und selbst auf Deutsch erscheint morgen bereits der vierte und letzte Band „Wo das Dunkel schläft“. Aber nun habe ich mir auch endlich mal den ersten Band „The Raven Boys“ (dt.: „Wen der Rabe ruft“) vorgenommen. Ob der Hype mit Verspätung nun wohl auch bei mir angekommen ist? 

Quelle: Jessica Iser

Story


“The best-case scenario here is that you make friends with a boy who's going to die."

Blue hat es als Tochter einer Wahrsagerin nicht einfach. Seit sie denken kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Doch als einzige ihrer Familie besitzt sie nicht die magische Gabe, sondern verstärkt sie nur. Bis sie eines Abends den Geist des Todgeweihten Gansey trifft. Ist er etwa der Junge, der ihretwegen sterben soll? Aber dann sind da auch noch die anderen Raven Boys, auf der Suche nach den magischen Ley-Linien, um den Rabenkönig zu erwecken, der seinem Finder einen Wunsch gewährt…

Ich muss sagen, es fällt mir nicht sonderlich leicht, die Geschichte zusammenzufassen, denn es passiert einfach so viel – so viel Seltsames. Es handelt sich nicht einfach um eine tragische Liebesgeschichte, bei der sich die beiden Protagonisten trotz des Damoklesschwerts über ihren Köpfen ineinander verlieben. Denn tatsächlich kommt alles ganz anders als erwartet. Und da ich nach „The Raven Boys“ noch drei weitere Bände vor mir habe, bleibt noch alles offen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen tatsächlich vielmehr die Suche nach Glendower (Owain Glyndŵr), dem walisischen Rabenkönig, sowie die Freundschaft, die sich dabei zwischen Blue und den Raven Boys Gansey, Adam, Ronan und Noah entwickelt. Romantik kommt – zumindest in Band eins – so gut wie gar nicht vor. Den Klappentext der Bücher finde ich daher etwas irreführend und ich bin froh, dass sich dahinter noch viel mehr verborgen hat. Dass natürlich Blues Weissagung in den Folgebänden noch eine Rolle spielen wird, davon darf man wohl ausgehen.

Charaktere


Die exzentrische, junge Blue, die von ihrer Mutter eher antiautoritär erzogen wurde, war mir gleich sympathisch. Sie ist anders, eigenwillig, etwas speziell, aber auch vernünftig. Von den Raven Boys – so werden die Jungs der Eliteschule Aglionby genannt – hält sie eigentlich gar nichts. Daher steht sie Gansey auch eher kritisch gegenüber, auch nachdem sie erfährt, dass er der Todgeweihte aus ihrer Weissagung sein soll. Dabei fühlt sie sich eher zu Adam hingezogen, der aus einfachen Verhältnissen stammt und von seinem Vater misshandelt wird. Gansey ist vollkommen von der Suche nach Glendower besessen – warum und was noch hinter der Fassade eines reichen Jungen steckt, das erfährt man im Laufe der Geschichte. 
Der dritte im Bunde der Raven Boys ist Ronan, der Problemschüler der Truppe, der nach dem Tod seines Vaters vollkommen aus der Bahn geworfen wurde. Lediglich das Rabenküken, das er zu Beginn der Geschichte findet, scheint eine weiche Seite in ihm hervorzurufen. Und dann ist da noch Noah, der ein eher stiller und zurückhaltender, aber nicht weniger bedeutender Teil des Buches ist.

Die Dynamik zwischen diesen fünf Charakteren war sehr angenehm und witzig. Die wechselnden Perspektiven lieferten außerdem interessante Hintergrundinformationen zu den Einzelschicksalen. 

Schreibstil


Maggie Stiefvater hat einen flüssigen, angenehmen Schreibstil, sodass ich sehr gut in die Geschichte reinkam, obwohl mir die Ley-Linien und das Ganze zunächst gar nichts sagten und mich eher verwirrten. Trotzdem war ich irgendwann mittendrin und genauso gespannt auf die Geheimnisse von Glendower wie die Protagonisten. An manchen Stellen hätte sich die Autorin auch Erklärungen sparen können, etwa dass mit „UK“ United Kingdom gemeint ist. Ich hatte direkt das Gefühl, dass es eher als Erklärung für den Leser diente. Da es auch nicht weiter vorkam, hätte man es auch einfach ausschreiben können. Ansonsten verstand es Maggie Stiefvater gut, die Kapitel so interessant enden zu lassen, dass ich es kaum erwarten konnte weiterzulesen.

Lesevergnügen


Im Großen und Ganzen war „The Raven Boys“ einmal wieder ein Buch von dieser seltsamen, besonderen Sorte, das mich mit all seinen Charakteren und der außergewöhnlichen, magischen Geschichte direkt gefangen nahm und auch im Nachhinein noch darüber grübeln lässt. Ich denke sogar, dass ich mir erstmal direkt den zweiten Band zulegen muss, bevor ich irgendetwas anderes lese. Also ja, man kann wohl sagen, dass mich der Hype nachträglich doch noch eingeholt hat. Blue und die Raven Boys sind Charaktere, mit denen man gerne seine freie Zeit verbringt. Und das Ende – besonders der letzte Satz – lassen mich ganz euphorisch auf den Folgeband werden. „The Raven Boys“ ist eines der wenigen Bücher, das ich direkt noch einmal lesen könnte, weil einfach so viele wirre, aber spannende Dinge passiert sind. Und da ich nichts großartig zu bemängeln habe, gebe ich dem Auftakt der Reihe die Höchstpunktzahl.

Fazit: Ihr mögt Geschichten, die sich um Magie, Freundschaft, dunkle Geheimnisse und vielleicht auch ein klein wenig Romantik drehen? Dann probiert es doch mal mit „The Raven Boys“, wenn ihr es nicht schon gelesen habt. Ich hoffe, dass mich auch der Rest der Reihe überzeugen kann – aber das werdet ihr dann auch hier auf meinem Blog erfahren!

Bis dahin

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